Kunstpreisträger 2018

Kunstpreisträger 2018

Sybille Pattscheck

In der Malerei der am Niederrhein geborenen Künstlerin Sybille Pattscheck geht es um die Hervorbringung von Licht durch Farbe. Das Medium dafür ist transparentes Wachs, das Sybille Pattscheck auf Holz-, Glas - oder Plexiglaskörper aufträgt. Mit breitem Pinsel wird das leicht eingefärbte Wachs in dünnen Schichten aufgetragen, bis ein Farbkörper entsteht, der aus sich heraus zu leuchten scheint. Den endgültigen Farbeindruck, der vor allem auch durch optische Farbmischung im Auge des Betrachters entsteht, bezeichnet die Künstlerin als die gefundene Farbe. Durch die unterschiedliche Leuchtkraft der Farben, die durch die Wachsschichten hindurchleuchten, wird Farbe und Licht zu einem fluktuierenden Seherlebnis.

Corona chromes: Grenzziehung im Leeren In der Werkserie der corona chromes wird das Thema von Transparenz und schwebender Farberscheinung weitergeführt. Kontrastierend zur monochrom leuchtenden Bildfläche erscheinen die Seiten des Körpers andersfarbig abgesetzt. Dabei strömt der Farbton des Randes in das Farbfeld des Bildes ein und erzeugt einen diffusen Farbraum mit grenzenloser Tiefe. Die Malerei des Randes erscheint im Inneren des Bildes als farbige immaterielle Lichtsubstanz, welche die Leere zum Leuchten bringt. Diese Arbeiten thematisieren auf malerische Weise die Erfahrung der Leere, des Unbestimmten, der Entgrenzung und Begrenzung.

Der leuchtend andersfarbige Rand spielt eine wichtige Rolle, indem er den Farbraum begrenzt und farbig in die Farbfläche hinwirkt. Sybille Pattscheck schneidet sozusagen aus dem unendlichen Farbraum ein Stück heraus, wobei die Schnittkanten oft farbig sichtbar bleiben und zurückwirken auf die freigestellte Fläche. Die Leere wird gewissermaßen verankert. Dabei schaffen die farbigen Ränder erst den Halt, substantialisieren die Farbfläche und lassen sie als ästhetische Erfahrung in Erscheinung treten. Es entsteht ein diffuser leuchtender Farbraum, der nichts darstellt als sich selbst, gleichwohl aber zur Projektionsfläche zahlreicher Assoziationen werden kann.

  

Freddie Michael Soethout, 2017

Kunstpreisträger 2018

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